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Eishockey: Lokalisation und Besonderheiten

Der Artikel vom Online-Magazin „Trainingsworld“ befasst sich mit dem Thema „Eishockey: Lokalisation und Besonderheiten„. Dort hat sich Dr. Markus Klingenberg den wichtigsten Sportverletzungen, dem Verletzungsrisiko und der Verletzungshäufigkeit im Bereich Eishockey gewidmet.

Hier fässt er kurz alle wichtigen Fragen und Antworten zusammen.

Was sind die häufigsten Eishockey-Verletzungen im Eishockey?

  • 31 bis 36 Prozent der Sportverletzungen beim Eishockey betreffen die unteren Extremitäten
  • Die oberen Extremitäten sind zu 22 bis 34 Prozent betroffen
  • Nacken und Kopf zu 15 bis 25 Prozent
  • Der Rumpf 11 bis 26 Prozent
  • Bei den Gelenken treten die häufigsten Verletzungen mit 22 Prozent am Kniegelenk auf

Wie werden Kniegelenks-Verletzung behandelt?

Das Innenband ist beim Kniegelenk am häufigsten von Verletzungen betroffen. Diese so genannten Innenbandläsionen können in der Regel mit Schienen behandelt werden. Beim Eishockey sind Verletzungen der Menisken und Kreuzbänder, im Vergleich zu anderen Sportarten wie Handball oder Fußball, seltener. Handelt es sich um eine schwere Verletzung muss diese operiert werden, um Folgeverletzungen zu vermeiden und das Gelenk wieder zu stabilisieren.

Wie entstehen Sprunggelenks-Verletzungen und wie werden sie behandelt?

Eine Besonderheit stellen beim Eishockey die Sprunggelenks-Verletzungen dar. Das wird darin begründet, dass das Sprunggelenk durch den Schlittschuh fixiert wird und die Bewegungsabläufe spezieller sind. Dadurch werden die Verbindung von Schien- und Wadenbein sowie das Innenband deutlich stärker belastet. Zu den typischen Sprunggelenksverletzungen beim Eishockey gehören in 50 bis 74 Prozent der Fälle Syndesmosenverletzungen. Diese Verletzungen müssen häufig durch eine Operation stabilisiert werden.

Welchen Anteil machen folgende Verletzungen aus und wie werden sie diagnostiziert und behandelt?

Die Schulterverletzung

Schulterverletzungen machen im Bereich der oberen Extremitäten einen Anteil von 46,5 Prozent aus. Besonders häufig betroffen ist das Schultereckgelenk. Dr. med. Markus Klingenberg empfiehlt bei der Behandlung die Betrachtung des gesamten Bewegungsapparates, um Fehlbelastungen direkt zu lokalisieren, damit diese Form der Verletzung schnell erkannt werden kann.

Kopfverletzungen

Klassische Verletzungen in Form von Quetschungen und Platzwunden können direkt vor Ort behandelt werden. Schwieriger wird es bei Verletzungen, wie einer Gehirnerschütterung. Umso wichtiger ist es darauf zu achten, ob die Spieler ein reduziertes Reaktionsvermögen oder leichte Müdigkeit aufweisen. Eine klinische Abklärung und eine Spielpause sind dann dringend anzuraten. Die Rehabilitation von Kopfverletzungen sollte nach folgendem Schema ablaufen.

  • 1. Sportverbot und Ruhephase
  • 2. Angemessenes aerobes Training und Regeneration
  • 3. Intervalltraining in den Bereichen Kraft und Technik
  • 4. Klassisches Mannschaftstraining
  • 5. Überprüfung der Einsatzfähigkeit

Wodurch entsteht das hohe Verletzungsrisiko beim Eishockey?

Eishockey gehört zu einer sehr schnellen Sportart mit bis zu 50 km/h, in der es immer wieder aufgrund von Gegnerkontakt und Überbelastung zu Verletzungen kommt und das obwohl die Spieler immer eine anspruchsvolle Schutzausrüstung tragen. Die besonderen Risikofaktoren sind bei Eishockey-Spielern der Konzentrationsverlust und eine zunehmende Ermüdung. Ca. 80 Prozent der Verletzungen werden durch Gegnerkontakt, sprich durch ein akutes Trauma hervorgerufen. Bei den restlichen 20 Prozent handelt es sich um Überlastungsschäden. Auch wenn Statistiken belegen, dass das Verletzungsrisiko beim American Football und Fußball deutlich höher liegt, ist dass darin begründet, dass die Spieleranzahl bei diesen Sportarten einfach höher ist. Im Vergleich zum Training treten beim richtigen Eishockeyspiel 3-mal mehr Verletzungen auf als beim Training. Das Verletzungsrisiko wird zudem noch durch den geringen Bodenkontakt und der Schutzkleidung minimiert.

Traumatische Eishockey-Verletzungen und ihre Unterscheidung

– Hoch-Geschwindigkeitslevel: Eine Kollision mit Schlittschuh, Stock oder Puck
– Niedrig-Geschwindigkeitslevel: Bodycheck mit Eis oder Bande

Des Weiteren werden Verletzungen in diesem Bereich in akut und chronisch unterschieden. In Statistiken werden chronische Überlastungsschäden leider nicht im vollen Umfang berücksichtigt. Trotzdem sollten sie nicht unterschätzt werden, dass sie zu zahlreichen Trainingsausfällen führen. Daher machen sie auch einen großen Teil in der therapeutischen und medizinischen Behandlung aus. Daher gilt grundsätzlich: Bei einer Muskelverletzung auch immer unbedingt auf die Synergisten achten.

Wie können Eishockey-Verletzungen vorgebeugt werden?

Im Vordergrund steht hier immer eine optimale Trainingsplanung und die Feststellung vom Leistungsstand. Zudem muss beachtet werden, dass die Spieler-Systeme individuell unterschiedlich sind. Aufgrund dessen sollten Intensität, Umfang sowie In- und Output vom Trainings gemessen und angepasst werden.

Input und Output

Beim Input handelt es sich um die Trainingsintensität (Herzfrequenz, GPS Daten, Beschleunigungsdaten), Trainingsvolumen (Zeit und gelaufene Meter) sowie um die Spieldauer auf dem Eis.
Beim Output handelt es sich um die Sprungkraft, die Ruheherzfrequenz, die Herzfrequenzvariabilität und die neuromuskuläre Leistungsbereitschaft. Der muskuläre Zustand kann hier mittels subjektiver Fragebögen ermittelt werden.

Die wichtigsten Faktoren bei der Prävention sind:

  • 1. Faires Spielverhalten
  • 2. Eine optimale Ausrüstung
  • 3. Angemessene Regenerationsphase
  • 4. Professionelle Betreuung der Spieler

Tätigkeitsbereiche von Dr. med. Markus Klingenberg

Dr. med Markus Klingenberg ist ein kompetenter Ansprechpartner im Bereich Sportverletzungen. Er ist Facharzt für Unfallchirurgie und Orthopädie und überzeugt durch seine langjährige Erfahrung in diesem Bereich. Des Weiteren hat er in den letzten Jahren Zertifikate in den Bereichen Notfallmedizin, Reisemedizin, Ernährungsmedizin, Gesundheitsvorsorge & Prävention sowie in der Sport-und Tauchmedizin, in der manuellen Medizin und Chirotherapie erworben.

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