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Tauchen aus sportmedizinischer Sicht (Epidemiologie)

02.03.2015
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Der Tauchsport hat sich in den letzten zunehmend etabliert. Angefangen ab einem Alter von 8 bis 10 Jahren bis ins hohe Alter, das Tauchen ist bei allen Altersklassen sehr beliebt. Dank der verbesserten Technik, zum Beispiel in Form von Tauchcomputern, hat sich auch die Sicherheit beim Tauchen deutlich erhöht. Unfälle gehören daher eher zur Seltenheit. Statistiken in diesem Bereich bestätigen, dass die Unfall-Wahrscheinlichkeit besonders bei europäischen Tauchern mit einer angemessenen Ausrüstung und einer guten Grundausbildung enorm gering ist. Trotzdem kann es auch beim Tauchen, wie bei jeder anderen Sportart, zu Unfällen kommen. Dr. med. Markus Klingenberg hat sich dieser Thematik angenommen und erklärt, worauf es bezüglich der Unfallgefahr und der Behandlung von typischen Tauchverletzungen ankommt. Anstoß zu diesem Artikel hat der Fachbeitrag von Dr. med. Markus Klingenberg auf Trainingsworld.de gegeben.

Statistik Tauchunfälle:

– In der Schweiz haben sich von 2000 bis 2012 pro Jahr zwischen 3 von 12 tödlichen Tauchunfällen ereignet.

– In Deutschland wurden im Zusammenhang mit dem deutschen Tauchverband mit rund 75.000 Mitgliedern in den Jahren 2007 bis 2010 um die196 Tauchunfälle gemeldet. Betroffen waren davon zu 20 Prozent Frauen und zu 80 Prozent Männer.

Welche Faktoren erhöhen die Verletzungsgefahr beim Tauchen?

Es gibt drei Faktoren beim Tauchen, die das Unfallrisiko erhöhen können. Dazu gehört ein zu schneller Aufstieg, eine schlechte Tarierung und bestehende Erkrankungen. Die Vernachlässigung von Sicherheitsstandards erhöht das Risiko natürlich auch. 40 Prozent der Tauchunfälle ergeben sich, wenn sich der Taucher zu weit von seinem Tauchpartner entfernt. Wer sich im Vorfeld mit den Erkrankungen und deren Ursachen auseinandersetzt, der kann entsprechende Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. Für Ärzte, Tauchpartner und Tauchlehrer sind diese Kenntnisse essenziell, damit sie im Ernstfall erste Hilfe leisten können. Ein sehr wichtiger Faktor ist der Umgebungsdruck, der pro 10 Meter um einen Bar ansteigt. Durch diesen Druckanstieg werden alle Gase in den luftgefüllten Hohlräumen des Körpers komprimiert. Beim Auftauchen kehrt sich dieser Vorgang um, was wiederum für einen Druckanstieg vom Sauerstoff und Stickstoff im Körper erhöht. Diese Druckveränderungen können beim Auf- und Abtauchen Beschwerden verursachen.

Typische Erkrankungen beim Tauchen

Die Dekompressionskrankheit

Wenn sich der Körper des Tauchers aufgrund einer langen Tauchzeit mit Stickstoff gesättigt hat und der Taucher zu schnell auftaucht, kann die Dekompressionskrankheit entstehen. Dieser Effekt ähnelt einer übersprudelten Flasche mit Mineralwasser, die kräftig geschüttelt wurde. Im Körper bilden sich in diesem Fall viele Bläschen, die die Blutgefäße verschließen, wodurch verschiedene Symptome hervorgerufen werden. Die Behandlung erfolgt hier über eine Behandlung in einer Druckkammer oder durch Sauerstoffgabe.

Die Arterielle Gasembolie

Bei dieser Erkrankung gelangen Stickstoffbläschen zwischen dem arteriellen und venösen System in Form eines Kurzschlusses. Dabei lassen sie den normalen Weg über die Lungen in die Arterien aus und blockieren an dieser Stelle ein Gefäß. Das erzeugt eine Embolie. Die Ursache für diese Erkrankung liegt meist an einem Wanddefekt im Herzen, der mit einer Herzultraschalluntersuchung ausgeschlossen werden kann, der im Idealfall bei der Untersuchung der Tauchtauglichkeit erfolgen sollte. Eine weitere Ursache kann eine druckbedingte Verletzung in der Lunge sein.

Tiefenrausch

Der Tiefenrausch wird durch die Kombination von einem hohen Partialdruck und der narkotischen Wirkung vom Stickstoff verursacht. Dies ist ab einer Tauchtiefe von 30 Metern der Fall. Auch in geringerer Tiefe kann dieser Tiefenrausch entstehen. Hier liegen die Gründe an einer schlechten Sicht, zu kaltem Wasser oder Stress. Bemerkbar macht sich dieser Rausch durch Einschränkungen in den kognitiven Fähigkeiten bis hin zu starker Verwirrtheit. Taucher sollten sofort in eine geringe Tiefe auftauchen, wodurch die Symptome sofort verschwinden.

Der Sauerstoffkrampf

Wenn der Partialdruck beim Tauchen zu hoch ist, dann kann auch Sauerstoff gefährlich werden. Das ist aber erst ab Tiefen von 40 Metern der Fall, ausgenommen man taucht mit einem zu hohen Sauerstoffgehalt im Atemgas, dann kann der Sauerstoffkrampf schon aber einer Tauchtiefe von 30 Metern auftauchen. Um diesen Krampf vorzubeugen, sollten Taucher sich unbedingt an die Tiefentabellen halten oder ihren Tauchcomputer richtig programmieren.

Das Schwimmbad Blackout

Beim Apnoetauchen taucht der Sportler nur mit Luft anhalten und ohne zusätzliche Gasversorgung. Hier besteht die Möglichkeit der verstärkten Kohlendioxid-Abatmung, die durch Hyperventilation vor dem Abtauchen entsteht. Wenn er den Mangel an Sauerstoff zu spät bemerkt, kann es zu einer Bewusstlosigkeit unter Wasser kommen. Umso wichtiger ist hier die richtige Atemtechnik.

Das Barotrauma

Hierbei handelt es sich um eine druckbedingte Erkrankung. Betroffen sind hier die Lungen und das Mittelohr. Der Umgebungsdruck sorgt für eine erhöhten Druck auf das Trommelfell. Der Druck muss durch ein Manöver ausgeglichen werden. Bei einer Erkältung oder einem zu schnellen Abstieg ist das aber kaum möglich. Bei der Lunge kann es zum Kollabieren des Lungenflügels kommen, welches durch das Einreißen vom Lungengewebe hervorgerufen wird. Betroffen sein können auch der Raum unter der Tauchmaske und die Augen. Durch den zunehmenden Druck kann es zu einer Einblutung der Haut um den Augen kommen. Diese Verletzung nennt man Maskenhämatom.

Dr. med. Markus Klingenberg

In der Praxis von Dr. med Markus Klingenberg ist man spezialisiert auf Sportverletzungen jeglicher Arzt. Der Arzt weist nicht nur eine langjährige Erfahrung in diesem Gebiet auf, er ist auch auf viele wichtige Unterbereiche spezialisiert, die eine professionelle Rundum-Versorgung gewährleisten. Weitere Informationen zum Thema Tauchverletzungen finden Sie auf unserer Seite.